Gehege

Juni 2011

Arkal-Magot-Gemeinschaftsanlage im Zoopark Chomutov (Tschechien)

Diese geografisch ungewöhnliche Gemeinschaft stellt eine Besonderheit dar, da hier eine recht einfache Aufwertung einer Altanlage dargestellt werden kann. Sie wurde ohne großen Aufwand attraktiv für die Neuzeit adaptiert. Der Zoopark verschreibt sich der Tierwelt der Holarktischen Zone. Dies ist insofern mutig, da diese nordische Regionen der Erde nur wenige Publikumsgünstlinge umfasst. Zu den wenigen Sympathisanten zählen die Affen.

Alkanlage Zunächst eine Übersicht der zu behandelten Anlage in der nahezu vollständigen Dimension. Die rechteckige, grubenartige Anlage dürfte noch aus der Gründungszeit des Zooparks um 1975 stammen. Heute wären biologisch scheinende Rundungen als zeitgenössisches Gestaltungselement angewandt worden, doch kostet eine Neuanlage auch. Die hohen Mauern finden sich nur an drei Seiten. Der hintere Hang ist für die Tiere nutzbar und wird durch einen hohen Zaun begrenzt.

Tibet Um den Besuchern dennoch das Gefühl zu verleihen, nicht nur Zaungast zu sein und mitten unter den Berberaffen zu weilen, wurde ein Aussichtsturm aufgestellt. Dieser ist über abenteuerliche Seilbrücken zu erreichen. Hinten sehen wir den als Affenunterkunft fungierenden Bau. Gestalterisch erinnert er an einen traditionellen Huftierstall, doch wurde er ausschließlich für die Berberaffen hergerichtet.

Alkanlage Die Magots oder auch Berberaffen können die Bäume nahezu im vollen Umfang nutzen. Als wetterbeständige Art, fungieren die Primaten nicht nur als Publikumslieblinge. Sie passen zudem auch in die Tierparkphilosophie, da sie einst in Europa weit über Gibraltar hinaus verbreitet war. Fossilienfunde gab es sogar auf den Britischen Inseln!

Tibet Dafür sind bodennahe Klettermöglichkeiten knapp bemessen. Da jedoch kaum negative Interaktionen zwischen den beiden hier lebenden Arten festzustellen sind, ist dies verschmerzbar.

Alkanlage Alkanlage

Ein Transkaspischer Urial in seiner ganzen Pracht. Die winterharten Arkale leben ganzjährig ohne Unterstand auf dieser Anlage. Schutz vor allzu ungemütlichen Witterungen bieten ihnen die eingebrachte Felsen sowie die umgebenden Mauern. Zoologisch sind sie eine kaum wahrgenommene Rarität, denn weltweit ist diese Wildschafform nur in wenigen Tiergärten zu finden.

Die Beschilderung ist recht einfach gestrickt.
Weiterhin finden Kinder noch einige themenbezogene Spielgeräte in der unmittelbaren Umgebung dieser Anlage, wo sie selbst einmal Äffchen sein dürfen.


Autor: Locke